Mittwoch, 11. Januar 2012

Afrikas Wildhunde


Heute möchte ich hier einmal über Wildhunde berichten. Nun, man weiß, es gibt sie, beachtet werden diese Tiere oft jedoch nicht. Viele Leute finden sie sogar häßlich. Ich finde diese Tiere fazinierend. Sie leben und jagen in Rudeln. Ihre Schulterhöhe beträgt ca 70 cm, das durschnittliche Gewicht ca. 25 Kg. Nach ca 70 Tagen Tragzeit bekommt das Alpha Weibchen Junge. Rangkämpfe im Rudel , wie zum Beispiel bei Wolfsrudeln sind nicht bekannt.




Laut IUCN gilt dieseTierart als stark gefärdet. Die Wildhunde haben viele Feinde unter den Tieren.
Auch Farmer haben viele dieser Tiere auf dem Gewissen. Sie werden erschossen, vergiftet und so weiter.
Sie benötigen zudem ein großes Revier, durch die immer intensivere Nutzung des Landes wird ihr Lebensraum stark eingeschränkt. Diese Tiere leben sehr sozial. Die Jungen werden schon nach ca. 3 Wochen vom ganzen Rundel versorgt, das gleiche gilt für auch alte oder verletzte Tiere. Die Fellzeichnung ist bei jedem Wildhund verschieden.  In Namibia soll es noch ca 500 freilebende Tiere geben, im Krüger Nationalpark Südarfrika ca 700. Der gesamte Bestand in Afrika wurde auf ca 5500 Tiere geschätzt. Der Wildhund wurde auf Grund seiner Fellfarbe oft mit Hyänen verwechselt. Deshalb wird er auch "Hyänenhund" genannt.
Jemand, der diese Tiere schon öfter in freier Wildbahn gesehen hat, ist Erwin.
Er und seine Frau leben in Paarl ( Südafrika) und betreiben hier ein Safariunternehmen. Dadurch sind sie natürlich auch in der Lage wunderbare Reiseberichte zu schreiben. Auf meine Fragen zu den Wildhunden habe ich folgende Anworten erhalten:

Hallo Anke, die Wildhunde gelten zwar nach wie vor als stark gefährdet - sind aber nicht aktuell vom Aussterben bedroht. Relativ stabile Bestände gibt es im südlichen Afrika bis hinauf nach Ostafrika. Obwohl der Afrikanische Wildhund in den meisten Ländern (soweit dort funktionierende, staatliche Strukturen existieren) streng geschützt sind, werden sie überall dort von den Farmern verfolgt, wo diese sich nicht gegen tatsächliche oder befürchtete Schäden absichern können. Von Jägern hingegen, werden sie relativ wenig bejagt.

Aktuelle Bestandszahlen habe ich nicht im Kopf - ich kann Dir nur sagen, wo ich bisher Wildhunde gesehen habe. Es ist eher Zufall sie in freier Wildbahn zu sehen, weil die Rudel ständig am Laufen sind. Da muss eben zur rechten Zeit am richigen Ort sein.

In Südafrika kann man Wildhunde natürlich im Krüger Nationalpark und in Hluhluwe-Umfolozi sehen (dort geländebedingt gute Chancen), im grenzüberschreitenden Kalahari-Park nahe Nossob Camp und auf der Strecke nach Mabuasehube in Botswana - im Moremi Game Reserve (häufig zwischen 2nd und 3rd Bridge und südlich Xakanaxa), im Chobe Nationalpark östlich Savuti und in der Mababe Depression, entlang dem Savuti und nahe der Marschen. Außerdem habe ich letztens im Chobe Forest Reserve (auf dem Weg von Linyanti Gate in Richtung Kachikaua) eine Gruppe Wildhunde gesehen, die über eine kleinere Freifläche gerannt sind.

In der Etosha habe ich selbst nie Wildhunde gesehen - sollen dort aber vorkommen. Selbst gesehen habe ich sie allerdings im Mahango Game Reserve (zwischen Mohembo Gate und Waterhole) und im Caprivi Game Park (östlich des Okavango - gegenüber Bagani und südlich der B8) - ebenfalls selbst gesehen habe ich Wildhunde im Mudumu Nationalpark, östlich Lianshulu.

Dann natürlich im Wankie Nationalpark (Hwange) in Zimbabwe und im Zambezi Nationalpark ca. 10-15km westlich von VicFalls südlich des Zambezi Ufer-Track. Dann erinnere ich mich noch, dass ich Wildhunde auf dem Weg in Richtung Bain's Baobabs bei den Makgadikgadi Salzpfannen gesehen habe (allerdings weit entfernt) und zusammen mit meinem Freund Peter östlich der Mana Pools am Zambezi.

Das beiliegende Bild wurde im August von meinem Freund Nikolas Meier südöstlich der 3rd Bridge Public Camp Site (im Moremi Game Reserve) aufgenommen.







Das sollte allerdings jeder Wildhund-Freund bedenken: Der größte Feind der Wildhunde ist die partielle Übervölkerung in Teilen des südlichen und östlichen Afrika. Die intensive Landnutzung verschärft den harten Konkurrenzkampf um Ressourcen und Jagdgründe, in dem Wildhunde schon immer gegen Hominiden, Hyänen und natürlich auch Löwen standen. Löwen schlagen übrigens jeden Wildhund den sie kriegen - fressen diese dann aber nicht.
 Gruß Erwin.

Bis bald sagt Anke
www.Heldmann-Immbilien.de

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