Donnerstag, 30. August 2012

Hermanus und ein weißer Wal

Über Hermanus und das Whalewatching habe ich hier schon einmal berichtet. Hermanus ist ein kleines, sehr beschauliches und wunderschönes Städtchen, dass z.B. von Sommerset West aus schnell erreicht ist.
Die Attraktion jedes Jahr zwischen Juli und Oktober sind jedoch immer die Wale. Wir haben auch schon in unserem Südafrika Forum davon berichtet. Nachzulesen ist das hier. Schön zu wissen, dass
so viele sich für diesen Ort begeistern.



 
Auch diesen Jahr sind sie wieder da.
Vermutlich macht das Hermanus so "magisch" Wer einmal eine hautnahe Begegnung mit diesen Riesen hatte, will es immer wieder. Vorsicht Leute- Ansteckung ist garantiert. Was aber nun, wenn ein großer, weißer Riese deinen Weg kreuzt?? Dann kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Sylvia und Dieter waren nun diese Woche für uns mal wieder vor Ort, sie hatten genau ein solche Begegnung. Ein großer, ausgewachsener Albinowal . Welch ein Glück.
Ihren Bericht stelle ich euch hier ein:

Nicht ein weißer Hai, sondern ein riesengroßer weißer Wal :

Und wieder einmal wollten wir sie sehen, die Riesen der Meere. Ein schöner Tag, kaum Wind, also auf nach Hermanus. Dieses Mal entschieden wir uns mit „Hermanus Whale Cruises“ vom Hafen aus raus zu fahren. Eine kleine Seefahrt  in Richtung De Kelder / Gansbaai. Ein typisches Boot mit unten und oben Sitze, ähnlich wie der Sightseeing Bus in Kapstadt. 
Das Boot war nicht ganz voll, und so konnten wir uns überall aufhalten wo es uns gerade zusagte.
Natürlich zuerst mal ganz oben, um den Überblick zu haben.Wir fuhren über eine halbe Stunde lang, bis das Boot auf einmal stoppte. Die ersten Meeresriesen kamen auf der Wasseroberfläche zum Vorschein. Langsam und mit viel Gefühl steuerte der Kapitän das Schiff näher und näher den Riesen entgegen.Da waren sie, direkt neben dem Boot. Du konntest sie berühren, wäre der Arm lange genug gewesen um ins Wasser zu greifen. So friedlich und gesellig tummelten sich  zwei (sicher ein Pärchen) neben uns herum. Etwas weiter, in Front des Bootes da waren plötzlich drei von ihnen zu sehen. Schnaufend, pustend wogen sie auf und ab. Keine Angst, so als würden sie es genießen, von uns betrachtet und fotografiert zu werden. Eine Drehung da, die Seitenflosse nach oben, ein kurzes Winken.
Unser Begleiter hatte sich den höchsten Platz am oberen Deck gesichert -  plötzlich große Aufregung.
Da ein Albino… zuerst dachten alle eine Mama mit einem Albino Baby, das gibt es ja schon mal. Aber nein, es war ein ausgewachsener Weißer Wal von ca. 10-12 Metern.
 



Dann kam er direkt auf unser Boot zu geschwommen. Legte sich seitlich neben das Boot, zeigte seine Schwanzflosse im Wasser. Kopf nach oben…. Ein Pustestrahl… dann tauchte er mit der Nase direkt vor unser Boot, als ob er es küssen wollte. Er spielte mit dem Boot. Das Boot bekam  ein leichtes bis gutes Schaukeln, ja er streifte die vordere Seite unseres Bootes mit seinem mächtigen Körper.
Er blieb fast 10 min. bei uns, bis er sich dann auf den Weg machte und das Weite suchte.
Das war ein Erlebnis und ein Gefühl, das man einfach nicht beschreiben kann. Zum einen, das Tier selbst so in greifbarer Nähe zu sehen, und zum anderen ein so seltenes Exemplar.
 


 
Als das Boot wieder Fahrt aufgenommen hatte zurück in den Hafen, stießen wir auf eine riesigen Schwarm Delfine. Unser Begleiter schätzte die Menge so mit ca. 1000 Stück ein, die auf einmal überall um uns herum schwammen und sprangen. 
Zurück im Hafen, habe ich mich noch eine Weile mit einem der älteren Männer der Crew unterhalten und dabei folgendes gelernt:
Es werden ca 4% der Wale als Albino geboren. Das ist genetisch bedingt, wie bei allen anderen Tieren auch.  Im Laufe der ersten 2-4 Jahre wechselt sich meist die Hautfarbe dann in Grau bis dunkel. Der letzte ausgewachsene Albino Wal wurde vor 4 Jahren im der Hermanus-Bucht gesichtet. Unser Wal war ein ausgewachsenes Tier mit ca. 12m Länge. Das hat die Crew so bestätigt. (ich meine einer der Crewleute sagte es wäre ein Bulle gewesen.)
Wenn überhaupt, hat man sicher nur einmal im Leben so ein Tier vor den Augen. Auch alle unsere Crewmitglieder (und die fahren schon seit vielen Jahren raus) haben noch nie einen ausgewachsenen Weißen Wal gesichtet.
Und wie wird ein Baby Wal gesäugt?
Auch das hab ich aus dem alten Mann, der früher mal Walschreier war, herausbekommen:
Die Mutter legt sich auf den Rücken, das Baby kuschelt sich auf dem Bauch der Mama, und die Mama steuert mit einer verlängerten Zitze dem Milchausstoß, und das Baby muß den Mund öffnen um die Milch aufzunehmen. Das Baby saugt nicht an dem Nippel.
Übung macht auch hier den Meister, bis das Zusammenspiel klappt.
 
Es grüßt euch Sylvia
 
Und nun zu Abschluss noch ein tolles Video ( gemacht von Sylvia und Dieter) für euch, viel Spaß:

 
 Bis bald sagt Anke
www.Heldmann-Immobilien.de

 
 
 
 




Sonntag, 26. August 2012

Schildkrötensex in Deutschland


Gestern waren wir bei Freunden zum Grillen eingeladen. Ist ja nicht so, dass das nur die Südafrikaner können. Darin sind wir Deutschen auch recht gut. Das Wetter passte, alles war super und entspannt.
Dann hörte ich plötzlich Geräusche, die aus dem Nachbargarten kamen.
Und diese Geräusche  waren dann doch irgendwie sehr "afrikanisch"- nun zumindest hatte ich die bisher nur in Südafrika vernommen.
Tatsache, im Nachbargarten war ein kleines, liebevolles Refugium für Schildkröten aufgebaut worden, und die fühlten sich scheinbar sehr wohl. Nun -  zumindest er, sie war ein wenig
"zickig".



Die zwei sind nun doch viel kleiner als die Schildkröten bei Carmen und Dario. Hier noch mal das Foto der Bergschildkröten auf der Farm.


Und noch etwas, die Dame in Südafrika war wesentlich gelassener, als unsere hier. Wer dazu etwas nachlesen möchte, kann es im Südafrika Forum an dieser Stelle tun.
Ich wünsche euch viel Vergnügen mit meinem kurzen Video.

 
 
Bis bald sagt Anke
www.Heldmann-Immobilien.de



Montag, 20. August 2012

Hitze in Deutschland - Schnee in Südafrika


"Wann wird mal wieder richtig Sommer?" - nun zumindest dieses Jahr können wir uns hier in Bayern nicht beklagen. Bis auf wenige Tage hatten wir nun schon seit April Traumwetter. Teilweise fiel der Frühling aus und es wurde gleich Sommer.
Gestern nun diese Temperaturen hier:


Zugegeben, ein Teil des Thermometers ist in der Sonne, muss es aber auch, da es sich Nachts in eine Solarleuchte verwandelt.
Irgendwie ist dieses Jahr alles früher. Zum Teil sind Blumen schon durch, die sonst jetzt erst richtig anfangen zu blühen.
Auch unsere Sonnenblumen sind dieses Jahr schon "leergeknappert".


Die Bienen umschwirren zur Zeit unser Pfefferminzpflanzen, die wir aus diesem Grund auch nicht ernten. Vermutlich sammeln sie auch schon für einen langen Winter.


Andere, kleine Tierchen macht die Hitze scheinbar so zu schaffen, dass sie mich mit der Kamera ganz dicht an sich herankommen lassen.




In Südafrika ist nun bekanntermaßen Winter. Das es überhaupt kalt in Afrika werden kann, können sich viele Leute oft nicht vorstellen. Ist aber so. Und genauso extrem wie das Wetter hier ist, ist es dieses Jahr in Südafrika . ( Mehr darüber könnt ihr im Suedafrika Forum nachlesen.)
Da hatte man in Somerset West noch Glück. Nur oben auf den Bergen liegt ein wenig Schnee.
Das hat Sylvia gut mit der Kamera festgehalten.


In anderen Provinzen kam es "dicker". Einerseits freuen sich die Leute drüber, aber andererseits  bringt Schnee in Südafrika natürlich eine Menge Probleme mit sich.




Natürlich sind die Schneemassen, zumindest hier in Bayern, viel größer. Aber wir haben sowohl Winterreifen als auch einen Räumdienst für die Straßen.
Carmen und Dario hatten auch irgendwie noch Glück im Unglück. Bei ihnen auf der Farm kam der Schnee als Regen. Allerdings in Mengen, die auch nicht mehr so toll waren.


Den Urlaubern, die auf der Farm gebucht hatten, brachte dies jedoch ein zusätzliches Abendteuer, dass sie bestimmt nicht so schnell vergessen werden. Das hätte mir sicher auch Spaß gemacht.
Naja, die Zeit verfliegt und bald geht es bestimmt wieder anders rum. Leider - denn ich liebe den Sommer. Zum Video "Zusatzabenteuer auf der Straussenfarm" geht es hier:


Bis bald sagt Anke



Dienstag, 14. August 2012

Das Helderberg Naturreservat in Somerset West


Der Tafelberg mit seiner Umgebung lädt viele Urlauber zum Wandern ein. Wer sich jedoch in Somerset West aufhält, muss nicht soweit. Das Helderberg Nature Reserve liegt ja praktisch vor der Haustür.
Und zwar  an den Hängen des schönen Helderberg Mountain, mit beeindruckendem Blick in die False Bay.


 

Das Reservat ist schon fast ein "Muss" für Naturliebhaber.   



Im Jahre 1947 wurde das Land als Wasserschutzgebiet deklariert, um Wasser für die Stadt zu sammeln.
In späteren Jahren machte der Rotary Club von Somerset West den Vorschlag, hier ein Natur Reservat aufzubauen und sammelte Gelder für dieses Vorhaben.
1960 war es dann soweit, das Gelände wurde offiziell zum Nature Reserve deklariert. 



Egal ob man einen kleinen Spaziergang oder eine anstrengende Wanderung macht, die Aussicht auf die umliegenden Bergketten, über das Meer bis zum Kap der Guten Hoffnung und nach Kapstadt mit dem Tafelberg, ist überwältigend. Es gibt kürzere Wanderwege von ca. einer halben Stunde bis hin zu den sehr anspruchsvollen Wanderungen von 6 bis 7 Stunden. Die zwei höchsten Berge sind der Westpeak mit ca. 1000 Meter und der Dome mit 1137 Meter. Insgesamt ist das Naturschutzgebiet ca. 250 ha groß. Pflanzen die hier hauptsächlich vorkommen , sind Bergfynbos,  Proteen, Erikagewächse, Gräser und auch zwiebelartige Gewächse. Auch Vogelliebhaber kommen auf ihre Kosten, es sollen um die 170 Arten hier heimisch sein. Mit ein bisschen Glück begegnet man auch anderen Tieren.



Im späten Winter und Frühjahr wird man  mit einer  Blütenpracht von viele Proteen und Zwiebelgewächse belohnt. 




 
Der Helderberg und seine Ausläufer sind zu jeder Jahreszeit  wunderschön. Im Südafrikanischen Sommer finden hier auch
Konzerte statt.
Macht mit Sylvia, Dieter und mir, einen kleinen Spaziergang durch das Naturreservat:


Bis bald sagt Anke



Dienstag, 7. August 2012

Das Weingut Vergelegen in Somerset West

Somerset West ist von Kapstadt aus schnell zu erreichen. Der Vorteil hier ist eindeutig die Nähe zu vielen Attraktionen. In einem Tagesausflug sind die Winelands zu erreichen, Wale gibt es in der entsprechenden Jahreszeit viel und oft zu sehen, die Pinguine können besucht werden, zum Tauchen mit den "Großen Weißen" braucht ihr auch nicht lange.
Solltet ihr euch für das Gästehaus von Sylvia und Dieter  entscheiden, dann könnt ihr das Weingut Vergelegen zu Fuß erreichen. Das macht vor allem Sinn, wenn man die tollen Weine testen will.



 


Dieses Weingut ist allemal einen Besuch wert. Die Anlage selbst ist bereits über 300 Jahre alt und hat schon ein paar mal den Besitzer gewechselt. 1700 kam Willem Adriaan van der Stel in den Besitz.
Da er aber wohl Gelder der Ostindischen Handelsgesellschaft in die Restauration gesteckt hatte, wurde er des Landes verwiesen. Das Land wurde aufgeteilt und wechselte oft den Besitzer.
1917 war das Land herruntergekommen, es wurde von Sir Lionel für seine Frau gekauft.
Das Land wurde abermals liebevoll restauriert. nach dem Tod von Lady Philipp wurden die Barlows die Besitzer. 1987 ging der Besitz an Anglo American Fruit Farms über
.


 


Das Weingut wird oft und häufig besucht. Viele Leute nutzen es für einen Sonntagsausflug, für das leibliche Wohl sorgt ein Restaurant, man kann aber auch ein Picknick vorbuchen. Das findet in der Picknickarea statt, jeder Tisch steht unter uralten Bäumen.
Und hinterher kann man das gute Essen dann gleich wieder "ab trainieren", die Parkanlage ist riesig und wunderschön. Überall entdeckt man andere, schöne Dinge. Die alten Bäume haben manchmal bizarre Formen.
Wenn die Füße wehtun- es gibt auch an vielen Stellen Bänke zum ausruhen oder einfach nur um noch ein bisschen länger zu schauen



Oft wird man über 300 Jahre alte Kampferbäume sehen. Diese sind zum Nationalmonument erklärt worden. Aber auch uralte Eichen gibt es. Vergelegen produziert heute preisgekrönte Weine. Diese können natürlich verkostet werden. Seit 1998 ist der "Weinmacher" hier Andre van Rensburg. Er gilt wohl als einer der besten Weinmacher überhaupt. Das liegt vermutlich auch daran, dass es seiner eigenen Aussage gemäß in seinem Leben nur Weinmachen und seine 5 Hunde gibt. Zur Webseite des Weingutes geht es hier.




Zur Zeit wird das Weingut mal wieder auf "Schuss" gebracht. Vieles wird überholt und renoviert.
Wer mag, kann den ausführlichen Bericht dazu im Südafrika Forum nachlesen. Sylvia hat sich viel Mühe gegeben um den aktuellen Zustand zu beschreiben. Im Oktober soll alles fertig sein.
Nach dem Weintesten und Essen nicht vergessen, sich die Beine zu vertreten. Überall gibt es wunderschöne Fleckchen.




Das Weingut ist auch im südafrikanischem Winter einen Besuch wert. Also, wenn ihr Lust habt, dann schlendert ein paar Minuten mit uns durch die wunderschöne Anlage.


Bis bald sagt Anke